Vince – auf Pflegestelle in Finnentrop

Vince durfte am 16.12. in eine Pflegefamilie reisen. Hier zeigt er sich sehr offen und freundlich und genießt die Streicheleinheiten. Es fiel ihm in den ersten Tagen noch etwas schwer zur Ruhe zu kommen, kein Wunder bei all den neuen Eindrücken, die verarbeitet werden mussten. An der Leine laufen fand Vince anfangs sehr unheimlich und es bedurfte schon einiges an Überredung, um ihn zum Vorwärtsgehen zu bewegen. Mittlerweile läuft er aber recht schön mit, auch wenn seine Körpersprache manchmal noch deutlich sein Unbehagen spiegelt. Er löst sich nun auch auf Spaziergängen. Mit den anderen Hunden in der Pflegefamilie versteht er sich gut, sowohl mit dem Welpen wie auch mit dem Senior. Fremden Hunden auf Spaziergängen gegenüber verhält Vince sich neutral.  Besucher findet Vince sehr interessant und nach kurzer Zeit schmust er sich von Schoß zu Schoß. Wir wünschen uns für Vince ein liebevolles Zuhause mit klaren Regeln und Strukturen und einen souveränen Hundeführer, der ihm Sicherheit in unbekannten Situationen vermittelt. Vince möchte lernen und gefallen und ist sehr eifrig bei kleinen Trainingseinheiten. Gerne kann Vince nach Absprache auf seiner Pflegestelle besucht werden.

Hier nun ein Bericht von seinem Pflegefrauchen:

“..Vince hört auf seinen Namen, ist sehr vorsichtig, hat ein liebes Wesen, ist neugierig und verschmust, hat aber mitunter noch Probleme mit Vertrauen, Selbstbewußtsein und mit Spaß haben. Seit dem zweiten Tag ist Vince stubenrein. Er hat noch nicht verstanden, wie er selber signalisieren soll, dass er raus muss, kann aber unendlich lange einhalten. Daher wird  ihm über den Tag hinweg ca. alle 2-3 Stunden ein Besuch des Gartens oder ein Spaziergang angeboten. Schon nach kurzer Zeit hatte er einen guten Tag-/Nacht-Rhythmus. Die Nächte verbringt er komplett und ganz leise auf seiner Decke. Tagsüber schafft er es immer häufiger, sich in der Nähe seiner Menschen zu setzen oder zu legen. Auch zieht er sich freiwillig zum Ausruhen auf seine Decke zurück. Setzen sich seine Menschen auf den Boden, dann kommt er schon dazu, legt sich daneben und genießt jede kraulende Hand und das „dabei sein“. Bei den täglichen Spaziergängen an der Leine werden auch weiterhin so viele Eindrücke verarbeitet, dass es ihm schwer fällt, dabei seine Geschäfte zu erledigen. Die Spaziergänge werden daher nach langen Aufenthalten im Haus gemacht, so dass er dann dringend muss. Erste Erfolge stellen sich schon ein und werden mit einem Haufen Leckerlis belohnt, die er ganz vorsichtig und mit der Rute wedelnd entgegen nimmt. Obwohl Vince ganz freiwillig den Spaziergang startet und das Haus verlässt, läuft er meistens mit noch mit eingekniffener Rute hinterher. In kurzen Momenten der Ruhe, wenn kein Mensch und kein Hund in Sicht ist, wird er ein wenig selbstbewusster und schließt mit erhobener Rute auf. Auch fängt er inzwischen an, die ein oder andere Stelle zu beschnüffeln. Er gewöhnt sich an die Geräusche beim Spazieren gehen, heranfahrende Züge oder Autos machen ihm nichts aus. Herannahende Menschen und Hunde begegnet er allerdings auch weiterhin eher ängstlich.  Vince markiert nicht, der Kontakt mit fremden Hunden verläuft harmonisch und angenehm. Vince hat große Angst, etwas falsch  zu machen und kann die Signale der Menschen auch nach nun drei Wochen nicht eindeutig einordnen. Oft weiß er nicht, ob er gerade gelobt oder bestraft wird und zieht sich ängstlich zurück. Zum Glück ist er auch sehr neugierig, was ihn immer wieder auf’s Neue dazu veranlasst, dann doch wieder aus der Deckung zu kommen. Er wird noch eine Weile brauchen, um die Signale der Menschen richtig zu verstehen und ein Grundvertrauen aufzubauen, das ihn etwas selbstbewusster werden lässt. Aktuell fordert er seinen Menschen gar nichts ab. Vince ist bei seiner Pflegefamilie im „Dauereinsatz“ und hat täglich neue Eindrücke, die er bravourös meistert: Er fährt auf der Rückbank und angeschnallt im  Auto mit. Das macht er richtig gerne, hüpft inzwischen ganz alleine ins und aus dem Auto. Er entspannt bei der Fahrt und bleibt auch eine Weile alleine im Auto ohne Krawall zu machen. Vince bleibt ohne Probleme alleine zu Hause und zerstört dann auch nichts. Er geht mit in den Reitstall und begegnet dort Pferden, Hunden und Menschen eher vorsichtig und ängstlich, aber ruhig. Vince geht mit zum Sport, rennt im Studio ruhig eine Weile neugierig herum und legt sich dann auf seine Decke. Er stört nicht, macht nicht auf sich aufmerksam.  Im häuslichen Umfeld bellt Vince nur dann, wenn er sich erschreckt.

Er begleitet mich ins Büro und lernt auch dort – in anderer Umgebung und in Anwesenheit anderer Menschen – zur Ruhe zu kommen. Inzwischen bleibt er auch im Büro ohne Bezugsperson mit anderen Menschen und lässt sich von diesen sogar Gassi führen…”

An 1-2 Tagen in der Woche besucht Vince eine Hundetagesstätte. Hier genießt er den Freilauf mit anderen Hunden und hat hat dort viel Spaß.  Die Hundeschule soll auch zur Stärkung des Selbstbewußtseins dienen und dazu, dass Vince sich nicht zu sehr auf seine neuen Bezugspersonen fixiert. Den Übergang in seine Endstelle soll er nicht als Verlust erleben, sondern als Teil des Neuen, das er nun täglich erlebt. Vince lebt in der Pflegefamilie mit einen alten Pekinesen zusammen, meistens ignorieren sich die beiden. Vince ist sehr rücksichtsvoll mit seinem kleinen Kumpel, rennt ihn nicht um, sondern steigt ggf. einfach drüber. Auch respektiert er den (manchmal noch vollen) Napf des anderen. Wenn der Kumpel gekrault wird, drängelt er sich ganz liebevoll dazwischen und möchte auch ein paar Streicheleinheiten ergattern. Besuchern gegenüber verhält Vince sich freundlich, geht hin und lässt sich auch streicheln.  Vince hat die Bedeutung der Begriffe „Sitz“ und „hier“ verstanden, die Kommandos „Bleib“ und „Stop“ werden trainiert. Vince braucht mitunter noch Zeit und vor allen Dingen keine Ablenkung, um den Kommandos sicher  zu folgen, aber aller Anfang ist schwer.

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Vince haben wir nun schon einige male in unserem Partnertierheim in Gyula besucht.  Er zeigt sich uns Fremden gegenüber von mal zu mal offener und freundlich und ließ sich von uns streicheln. Auch die Leckerchen fand er toll und kam immer wieder heran, um eines zu ergattern. In seiner Körperhaltung zeigt sich noch deutlich die Unsicherheit, die Rute ist immer mal wieder eingeklemmt, wenn ihm eine Situation unheimlich ist.

Vince wurde zusammen mit seinen 4 Geschwistern in einer Kiste vor dem Tierheim ausgesetzt. Die Welpen waren erste wenige Wochen alt, begannen gerade erst selbständig zu fressen. Natürlich war diese plötzliche Trennung von der Mutter und die Stunden in einer dunklen, kalten Kiste für die Welpen sehr ängstigend.
Man hat sich im Tierheim viel mit den Kleinen beschäftigt, die sehr scheu und zurückhaltend waren und nach kurzer Zeit suchten sie die Nähe ihrer Bezugsperson.
Da Vince in seiner Prägephase nicht  viel erleben konnte, ist er Neuem gegenüber  zurückhaltend bis ängstlich. Auch bei fremden Menschen ist er anfangs schüchtern, denn im Tierheim kümmern sich einige wenige um die vielen Tiere.
Vince muss noch viel kennenlernen und sucht liebe Menschen, die ihm die nötige Zeit geben und ihm mit viel Liebe und Geduld das Hunde ABC beibringen. Ein eher ruhiges und ländlich gelegenes Zuhause wäre für ihn wünschenswert. Toll wäre ein sicher eingezäunter Garten, wo er rennen und spielen kann und wo er die erste Zeit, wenn die Welt noch unheimlich und ängstigend ist, seine Geschäfte verrichten darf..

  1. Geburtsdatum02.2015
  2. RasseMix
  3. Schulterhöhe55 cm
  4. GeschlechtRüde
  5. KastriertJa
  6. Freundlich zu ErwachsenenJa, aber schüchtern
  7. Verträglich mit RüdenKommt drauf an
  8. Verträglich mit HündinnenJa
  9. Verträglich mit KatzenJa
  10. AufenthaltsortTierheim Gyula, Ungarn
  11. Im Tierheim seit04.2015
  12. getestet auf Herzwurmnegativ
  13. Mehr dazu lesen Sie bitte hier

Kontaktperson

Petra Zahm
p.zahm@fellfreunde.de

Selbstauskunft

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